web-Rumänien_Hütte-im-SchneeIn der Umgebung von Bukarest und vor allem im Osten Rumäniens sind große, Ghetto-ähnliche Siedlungen mit Roma-Familien entstanden. Die Menschen dort leben in dürftig aus Lehm oder aus weggeworfenem Material zusammengezimmerten Hütten. we-Rumänien_Hütte-mit-Bewohner

Wer ein bisschen Geld verdient hat, kann sich ein Schwein oder ein paar Hühner leisten, die nicht selten im Winter die Hütte mit bewohnen. Da es keine sanitäre Anlagen, wenig Strom und nur beschränkten Zugang zu Wasser gibt, sind die Hygieneverhältnisse miserabel und entsprechende Krankheiten sehr verbreitet. Da die rumänische Bevölkerung sich in der Regel eher ablehnend gegenüber den Roma-Familien verhält, gibt es wenige Möglichkeiten für eine geregelte Arbeit. Auch ein gemeinsamer Schulbesuch der Kinder beider Gesellschaftsschichten gestaltet sich als äußerst schwierig. Hier fehlt den Roma-Kindern gänzlich die Unterstützung, die für einen erfolgreichen Schulbesuch nötig ist. In der Folge gehen nur wenige Roma-Kinder regelmäßig zur Schule und haben als Analphabeten keine Perspektive auf eine Verbesserung ihrer Situation.

In Marasesti, einer „Siedlung“ im Bezirk Vrancea leben mehr als 6000 Roma, meist kinderreiche Familien. Pro Familie zahlt der Staat 80 – 100 Euro pro Monat als Sozialhilfe – zu wenig zum Überleben. Die Kinder werden regelmäßig zum Betteln geschickt, um Nahrungsmittel kaufen zu können. Der Hilfsverein Nymphenburg versucht mittels einer jährlichen Spende von Grundnahrungsmitteln, verteilt durch die Mitarbeiter des Roten Kreuzes Vrancea, den Bedürftigsten zu helfen. Um strukturelle Probleme zu beheben und gleichzeitig Anleitung zur Selbsthilfe zu geben, hat der Hilfsverein Nymphenburg in den letzten Jahren zwei Zentren in der „Siedlung“ errichtet: Hier gibt es neben der Familien-Beratung die Möglichkeit zu duschen und Wäsche zu waschen. In einer Arztpraxis finanziert der Hilfsverein Nymphenburg eine Ärztin und eine Krankenschwester für die wichtigsten Impfungen und Behandlungen: Etwa 2000 Patienten werden hier pro Jahr versorgt. Um den Kindern eine Perspektive zu geben, gibt es einen „Kinderclub“, in dem die Kinder neben Basteln und spielerischem Erlernen von PC-Gebrauch grundlegende Regeln in Hygiene und Ernährung vermittelt bekommen. Auch werden Workshops wie Kochen und Handwerke angeboten. Ziel ist, das Interesse an einem Schulbesuch zu wecken und auf diese Weise Chancen für die Zukunft zu schaffen.

Damit mehr Kinder profitieren können, wird in Kürze ein zweiter „Kinderclub Modruzeni“, errichtet mit Mitteln von Sternstunden und Hilfsverein Nymphenburg, seine Eröffnung feiern. Wir werden berichten…