In Modruzeni, am Rande der rumänischen Kleinstadt Marasesti, leben unter ärmlichsten Verhältnissen ca. 6000 Angehörige der Roma-Ethnie in einer ghettoartigen Siedlung. Ohne Infrastruktur, mit im Winter nicht befahrbaren Wegen, leben – in Hütten aus Lehm, Holz, Wellblech und Material aus Mülldeponien gebaut – große Familien, oft bis zu 15 Personen eng gedrängt zusammen. Sehr wenige Männer der Siedlung bekommen einen Arbeitsplatz, die Sozialhilfe des Staates liegt bei max. 60 Euro pro Monat pro Person und wird nur ausgezahlt, wenn eine Meldung vorliegt. In diesem Umfeld wachsen ca. 2000 Kinder auf, ohne regelmäßige Mahlzeiten, unzureichend gekleidet und ohne sanitäre Anlagen. Schon im Alter von 3-4 Jahren werden sie zum Betteln geschickt.

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Theoretisch gibt es ein Angebot zum Schulbesuch in der Stadt. Da aber die Eltern meist Analphabeten sind und die Kinder für andere Arbeiten einsetzen, gelingt ein geregelter Schulbesuch selten. Der Hilfsverein Nymphenburg hat deswegen, neben vielen anderen Projekten in Marasesti, vor einigen Jahren einen „Kinderclub“ eingerichtet: Hier werden Kinder von pädagogisch geschultem Personal auf einen Schulbesuch vorbereitet. Auch die Eltern werden mit einbezogen.
Neben dem Erlernen von Grundkenntnissen, die in der Schule benötigt werden, wie z.B. Hygieneregeln , werden die Kinder in ihren individuellen Fähigkeiten gefördert. Es gibt Mal- und Bastelkurse für die Kleineren, ausgesuchte Filme für verschiedene Altersklassen, die Möglichkeit mit Computern umzugehen und ein breites Angebot von Spielen sowie gemeinsamen Aktivitäten. Dieses Projekt hat sich als besonders wirkungsvoll erwiesen. Inzwischen gehen so geförderte Kinder regelmäßig zur Schule und gewinnen dadurch die Chance auf ein höheres Lebensniveau.
Da der Kinderclub nur einen kleinen Teil der Kinder der Siedlung aufnehmen kann, hat der Hilfsverein zusammen mit dem Roten Kreuz Vrancea einen zweiten „Kinderclub Modruzeni“ mit weiteren 40-60 Plätzen geschaffen, großzügig finanziert von „Sternstunden“ und den Spendern des Hilfsvereins Nymphenburg.

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Die Gesamtkosten beliefen sich auf 88.000 Euro. Angebaut an die bereits bestehende sozialmedizinische Station (ebenfalls ein Projekt des Hilfsvereins) konnten die Bauarbeiten im Dezember 2015 abgeschlossen werden und im Januar 2016 öffneten sich die Tore für die Kinder! Neben dem Spiel- und Bastelbereich der kleineren Kinder werden angeboten:
– ein Internetraum mit Zugang zum World Wide Web
– eine Werkstatt für Lebensmittelkunde und Kochhygiene
– ein Atelier zum Erlernen von Fotografie
– ein Kursraum für Erste Hilfe und Gesundheitsfragen
– eine kleine Küche zur Herstellung von Pausenbroten

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