Jeder erinnert sich an die erschreckenden Bilder rumänischer Kinderheime nach der Wende. Hier ist glücklicherweise eine positive Entwicklung zu verzeichnen. Die staatlichen Waisenhäuser und Heime sind zumeist in gutem Zustand, die Kinder sind ausreichend ernährt und pädagogisch betreut. Allerdings mangelt es nach wie vor an geeigneten Gebäuden, die Ausstattung ist zum Teil äußerst dürftig und nicht kindgerecht. Immer wieder gibt es eine Lücken in der Versorgung der sogenannten „Straßenkinder“, die entweder von ihren Familien verstoßen oder wegen Gewalterfahrung geflohen sind und im Untergrund der Großstädte leben. Eine besondere Dimension von Kinder- und Jugendarmut erleben wir in den Roma-Communities. Zwar wachsen diese Kinder in großen Familienverbänden auf, es werden aber bereits ganz kleine Kinder zum Betteln auf die Straße oder in die Züge geschickt. Jugendliche, die wegen ihre Ethnien-Zugehörigkeit durchwegs keine Lehrstelle oder Arbeit finden, werden in zunehmendem Maße von der Mafia für Raubzüge in anderen Ländern innerhalb der EU angeheuert. Roma-Kinder sind noch immer beliebte Opfer beim Handel von Pädophilen-Netzwerken im gesamten europäischen Raum. Der Hilfsverein versucht, zu helfen, wo es am Nötigsten ist. Zu diesem Zweck wurde inzwischen eine gute Vernetzung mit bewährten Organisationen, die vor Ort arbeiten, aufgebaut.