Ausgelöst durch die erneute Dürreperiode, wurde Hunger in diesem Jahr ein großes Thema in Ostafrika. Mit dem
Vieh stirbt auch der ohnehin spärliche Wohlstand und schnell ist der Punkt erreicht, an dem Eltern ihre Kinder
nicht mehr ernähren können.  Das Schulessen – sofern eine Schule vorhanden ist – stellt in diesen Zeiten oft die letzte Rettung vor dem Verhungern dar. Die Regierung in Kenia garantiert jedem Kind ab der Vorschule eine Mahlzeit. Was ist aber mit den Kindern, die nicht oder noch nicht zur Schule gehen können? Gerade in den ersten Jahren sind sie besonders gefährdet und in abgelegenen Regionen im Norden Kenias liegt die Sterblichkeit bei über 25 Prozent. Genau dort sieht sich der Hilfsverein Nymphenburg besonders in der Pflicht. Mithilfe einer Förderung durch die Edith-Haberland-Wagner Stiftung konnten 2016 und 2017 vier neue Kinder-Zentren gebaut werden: „St. Augustin“, „St. Edith“, „St. Andrews“ und „Kare Edome“. Insgesamt können dort bis zu 400 Kinder zwischen ein und fünf Jahren betreut werden.

Einmal am Tag wird gekocht und diese Mahlzeit ist ein wesentlicher Faktor für die Überlebenschancen der Kinder. In jedem der Zentren gibt es Sozialarbeiter, die die Kinder betreuen und über die Entwicklung ihres Gesundheitszustandes Buch führen.

Die Mütter werden mit zur Beaufsichtigung eingesetzt.  Dabei wechseln sie sich ab und gewinnen so Zeit für andere Tätigkeiten. Außerdem werden Hygiene- und andere Schulungen in den Zentren nicht nur für die Frauen, sondern für alle Bewohner der Ortschaft angeboten. An allen vier Standorten ist das Kinderzentrum des Hilfsvereins Nymphenburg das einzige gemauerte Gebäude. Dies ist ein großer Sprung in der Entwicklung der Region.

Das Kinderzentrum „St. Edith“ wurde im März 2017 eingeweiht. Es ist in der besonders abgelegenen Ortschaft Atapar errichtet. Dort mussten Mütter bisher 10 Kilometer bis zur nächsten Wasserstelle laufen. Mit dem neuen Kinderzentrum und einem Brunnen ist das Leben dort nicht wiederzuerkennen. Ein besonderes Anliegen des Hilfsvereins ist es, neben der absolut notwendigen Grund-versorgung, den Menschen beim Aufbau einer eigenen Lebensgrundlage beizustehen. Für den Ort Atapar denken wir derzeit über Ackerbau und handwerkliche Ausbildung nach. Unser Projektbeauftragter Ludwig Bayern im Einsatz (Bild rechts).

„St. Augustin wurde bereits im September 2016 eröffnet. Es ist das größte der vier Zentren und bietet Platz für bis zu 150 Kinder. Wir sind überzeugt, dass es wichtig ist, jedem dieser Kinder einen besseren und sicheren Start ins Leben zu ermöglichen. Gleichzeitig müssen wir uns aber konstant vor Augen halten, das jedes „gerettete“ Leben auch die moralische Verpflichtung bedeutet, später den heranwachsenden Menschen Chancen auf einen Lebensunterhalt durch Arbeit in ihrem eigenen Land zu ermöglichen. Nach UN-Zahlen wird in den nächsten 30 Jahren jedes zweite Kind auf dieser Welt in Afrika geboren. Wir müssen schon jetzt darüber nachdenken, welche Perspektiven die Kinder später haben werden.

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