Wie in vielen osteuropäischen Staaten ist die Altersarmut in Rumänien sehr verbreitet. Die jetzige Generation der Alten wurde durch die Geschichte des 20. Jahrhunderts – inklusive der Wende 1989 – mehrfach benachteiligt. Von der sozioökonomischen Entwicklung seit dem Zusammenbruch des Kommunismus konnten sie am wenigsten profitieren. Viele sind daher obdachlos oder leben in staatlichen oder kirchlichen Heimen, in denen sie notdürftig mit Nahrungsmitteln und einer rudimentären Pflege versorgt werden. Für Essen und Kleidung reichen die winzigen Renten nicht aus. Wer gar kein Einkommen hat, erhält eine Subvention vom Staat in Höhe von 10 RON pro Tag, das sind etwa 66 Euro im Monat.

Die Heime können sich nur wenig Personal leisten und kaum Medikamente, auch für Reparaturen ist kein Budget vorhanden. Wer nicht selbst aufstehen kann, verbringt in der Regel den ganzen Tag über auf seinem Bett. Und in den abgelegenen ländlichen Gebieten gibt es gar keine Heime. Die in ihren Hütten zurückgebliebenen Alten überleben den strengen Winter oft wegen Kälte, Mangelernährung und fehlender medizinischer Versorgung nicht.

Der Hilfsverein unterstützt Altenheime mit jährlichen Lieferungen von Grundnahrungsmitteln und Hygieneartikeln, gibt Essenspakete an alte Menschen, die noch mobil sind und bringt Lebensmittelpakete in Bergregionen, bevor diese im Winter abgeschnitten sind. In den Kerngebieten des Hilfsvereins werden Armenküchen und Sozialapotheken finanziert. Reparaturen an den teilweise äußerst maroden Häusern tragen zur Verbesserung der Wohnsituation bei, manchmal ist aber ein
Neubau die richtige Lösung. Dazu wird jedes Heim von den Projektbetreuern in Augenschein genommen und ggf. die Bautätigkeit vor Ort geprüft .

Der orthodoxe Priester Constantin Jaba hat in seinem Haus in Dumbraveni 50 alte, zum Teil bettlägrige mittellose Menschen aufgenommen. Dazu betreut er mehrere arme Familien aus der Umgebung, die er mit Essen versorgt. Der Hilfsverein hat den Ausbau des Kellergeschosses übernommen, in dem sanitäre Anlagen, eine Waschküche und Aufenthaltsräume geschaffen wurden. Im April 2014 konnten die Räume in Benutzung genommen werden, die Kosten betrugen 33.000 €.

Etwas mehr menschliche Zuwendung als in staatlichen Heimen erfahren die alten Menschen, die in einem Heim der orthodoxen Kirche aufgenommen werden. Auch hier herrscht bittere Armut – es gibt aber mehr helfende Hände, kleine Spenden von Kirchenbesuchern und geringe Lohnkosten. Im Frauenkloster Ciocanesti kümmern sich die Schwestern unter der Leitung der Mutter Äbtissin Andreaa rührend um ihre Schützlinge.

Lebensmittel-Lieferungen in Höhe von ca. 75.000 € gehen 2014 an diese Senioren-Projekte in Rumänien:
– Altenheim Kloster Cioconesti in Vatra Dornei
– Altenheim der Orthodoxen Kirche in Dumbraveni
– Staatliches Altenheim und Sozialküche in Radauti
– Kloster Bogdanesti bei Suceava
– Staatliches Altenheim in Niculesti bei Bukarest
– Staatliches Altenheim in Peris
– Sozialzentrum der Caritas in Bukarest
– Sozialzentrum in Marasesti (Roma-Siedlung)
– Essen auf Rädern – Rotes Kreuz Focsani
– Altenheim „Casa Bavareza“ in Vartescoiu
– Altenheim „Sf. Gheorghe“in Vartescoiu (Neubau)
– Verein Deutscher Katholiken in Bukarest
– Altenheim mit Krankenstation in Oslobeni – Neamt
– Altenheim Kloster Pasarea in Bukarest
– Staatliches Heim in Pojorata
– Altenheim „Micul Rosmalen“ in Gugesti